TEIL 3 – Der Tag der Wahrheit

Fortsetzung – Der Tag der Wahrheit

Am Donnerstag versuchten wir, uns so gut es ging abzulenken. Ich meditierte viel, atmete bewusst und versuchte, in Verbindung mit meinem Baby zu bleiben. In Gedanken sprach ich mit ihm, beruhigte es – und fand dadurch auch selbst wieder etwas Ruhe. Diese innere Verbindung gab mir Halt in einer Zeit, in der alles andere unsicher war.

Wir hatten beschlossen:
Wenn das Ergebnis positiv für uns ausfallen würde – also kein Befund auf eine Trisomie –, dann wollten wir am Samstag nach Malta fliegen. Einfach, um durchzuatmen, den Kopf frei zu bekommen und das alles für einen Moment hinter uns zu lassen.
Bisher wussten nur unsere engste Familie und ein paar enge Freunde, dass wir überhaupt schwanger waren. Es fühlte sich an, als hielten wir dieses kleine große Geheimnis inmitten eines Sturms ganz fest in unseren Händen.

Am Freitag saßen wir also zu Hause – oben unter dem Dach, in meinem kleinen Homeoffice. Gegen 14 Uhr sollte der Anruf kommen. Mein Mann war bei mir, und wir warteten gemeinsam.
Draußen war das Wetter grau und schwer. Dunkle Wolken zogen über den Himmel, und es sah fast so aus, als würde die Welt gleich untergehen. Diese Stimmung passte irgendwie zu unserer inneren Anspannung.
Doch irgendwann, ganz plötzlich, riss die Wolkendecke auf – und die Sonne brach durch. Mein Mann stand am Fenster, schaute hinaus und sagte auf einmal:
„Da fliegt gerade ein Storch über unser Haus!“

Wir sahen uns an. Es war, als ob das Universum uns in diesem Moment ein Zeichen schicken wollte. Und genau in diesem Augenblick klingelte das Handy.

Wir sahen uns an – beide völlig baff. Ich war wie gelähmt, unfähig, ans Telefon zu gehen. Mein Mann nahm schließlich ab. Der Arzt fragte sofort nach mir, wollte das Ergebnis nur mir persönlich mitteilen. Also stellte mein Mann auf Lautsprecher.

Die Stimme des Arztes war ruhig und empathisch. Er sagte:
„Der Befund ist unauffällig. Es liegt keine Trisomie vor.“

Mir schossen sofort Tränen in die Augen. Der Arzt erklärte weiter, dass zur Sicherheit noch eine zusätzliche Untersuchung im Labor gemacht würde, um die Chromosomenstruktur genauer zu prüfen – um sicherzugehen, dass keine seltenen genetischen Defekte vorliegen. Aber im Großen und Ganzen sah alles gut aus.
Er riet uns, in den Urlaub zu fahren, ein bisschen Abstand zu gewinnen und Kraft zu tanken.

Wir waren überglücklich. Wir fielen uns weinend in die Arme, konnten kaum fassen, was wir gerade gehört hatten. Diese Mischung aus Erleichterung, Dankbarkeit und purer Liebe war unbeschreiblich.

Nun konnte doch nur noch alles gut werden.
Das Geschlecht des Babys wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht – wir wollten es erst erfahren, wenn alle Untersuchungen endgültig abgeschlossen waren. Doch tief in meinem Inneren hatte ich schon immer das Gefühl, dass es ein Mädchen war. Ich hatte die ganze Zeit mit ihr gesprochen – und irgendwie wusste ich einfach, dass mein Bauchgefühl mich nicht täuschte.

Fortsetzung folgt…

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