TEIL 4 – Der Urlaub auf Malta & die weiteren Ergebnisse

Fortsetzung – Der Urlaub auf Malta

Der Urlaub auf Malta war ein absoluter Traum. Nach all den Wochen der Anspannung, Angst und Sorgen konnten wir endlich einmal abschalten. Die Sonne, das Meer, das mediterrane Lebensgefühl – alles fühlte sich plötzlich so leicht an. Zum ersten Mal seit langem konnte ich wieder tief durchatmen.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich einen Kopfsprung ins Wasser machte. Es war ein so befreiendes Gefühl – fast symbolisch, als würde ich alles hinter mir lassen, was uns zuvor so belastet hatte. In diesem Moment war ich einfach nur glücklich und dankbar.

Wir lernten dort ein sehr sympathisches Pärchen kennen, beide etwa um die 50 Jahre alt. Wir kamen ins Gespräch, und sie sagten mir, wie mutig sie es fanden, dass ich – trotz der Untersuchung und der ganzen Vorgeschichte – so unbeschwert ins Wasser gesprungen war.
Sie erzählten mir von einer Bekannten, deren Baby im Urlaub im Bauch verstorben war – sie sei nach Hause gekommen, und das Herz habe einfach nicht mehr geschlagen. Doch seltsamerweise traf mich diese Geschichte nicht mehr. Ich konnte sie annehmen, ohne Angst zu bekommen. Ich war so sehr in meiner inneren Mitte, so voller Vertrauen, dass mir klar war: Alles ist gut.

Ich meditierte weiterhin regelmäßig, hörte in mich hinein und sprach jeden Tag mit meinem Baby. Diese Verbindung wurde mit jedem Tag stärker.

Nach unserer Rückkehr hatten wir einen Termin im Institut für Genforschung in Stuttgart. Auch dieses Gespräch verlief sehr sachlich und strukturiert. Die Ärztin erklärte uns anhand von Bildern die Ergebnisse der genetischen Untersuchungen. Auf einem der Bilder waren zwei X-Chromosomen zu sehen.

Mein Mann unterbrach sie kurz und fragte vorsichtig:
„Heißt das … es ist ein Mädchen?“

Die Ärztin sah uns etwas überrascht an und fragte:
„Wussten Sie das denn noch nicht?“

Wir lachten beide, denn wir hatten uns ja bewusst dafür entschieden, das Geschlecht erst zu erfahren, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen wären. Und so saßen wir nun da – nach all den Wochen voller Angst, Ungewissheit und Hoffnung – und hielten uns einfach im Arm.
Wir gratulierten uns gegenseitig zu unserer Tochter.

Die Ärztin erklärte uns noch ruhig und detailliert, wie die verschiedenen Gentests durchgeführt werden und was genau untersucht wird. Ein endgültiges Ergebnis bekamen wir an diesem Tag noch nicht. Zwei Wochen später kam der erste Befund mit der Post, drei Wochen später ein weiterer. Beide Male war das Ergebnis unauffällig – oder, wie es in der Fachsprache so schön heißt: „Es konnte abschließend nichts festgestellt werden.“

Für uns bedeutete das aber vor allem eins:
Unser Baby ist gesund.

Die Ärzte ließen sich zwar, wie immer in solchen Fällen, ein kleines Hintertürchen offen – doch für uns war das nebensächlich. Wir entschieden uns, auf das Leben, auf unser Kind und auf uns selbst zu vertrauen. Wir freuten uns einfach nur riesig auf unser Baby.

Fortsetzung folgt…

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